IVBV Bergführer

 

"Das Abenteuer beginnt, wo die Erfahrung endet."

Paul KOLLER - Berg- und Schiführer - Ellmau in Tirol

 



aktuell

Strömender Regen am Neuseelandpass

Durch Urwälder zum höchsten Gipfel Ozeaniens

Paul ist wieder zurück von der Carstensz Pyrmide in Neuguinea und berichtet.
Es war eine sehr anspruchsvolle Expedition. Trotz widriger organisatorischer Umstände gelang uns eine Besteigung des Gipfels.

Ganz am Anfang schon ging eine Tasche mit wichtiger Ausrüstung verloren. Dann bekamen wir keine Träger und entschieden uns ohne Träger und Local Guide zum Basislager zu gehen. Zu meinen zwei Teilnehmern gesellten sich noch zwei weitere dazu. Der Rest der 15 köpfigen Gruppe flog zurück nach Timika und versuchte über einen anderen Weg zum Basislager zu kommen. Dieser funktionierte leider nicht und damit erhielten wir auch keine Versorgung des Basislagers. Wir hatten nichts mehr zu essen und suchen im Abfall von älteren Expeditionen nach essbarem. Die Kleidung war naß vom tagelangen Regen und wir hatten keinen Kocher um heissen Tee zu machen. Mit den letzten Kräften erreichten wir aber doch noch den Gipfel. Dannach wurde eine Teilnehmerin krank. Wir mussten in der Freeportmine um ärztliche Hilfe bitten. Als die Security merkte, dass wir nicht bereit waren zu "schmieren", liesen sie uns zwei  Tage am Rand der Mine warten. Unser Gesundheitszustand wurde schlechter.  Es blieb uns nichts mehr anderes übrig, als über den Alpinnotruf in Innsbruck Hilfe anzufordern. Als dann vier europäische Botschaften bei der "Freeport Mine" (weltweit größte Gold und Kupfer Mine) anriefen und von unseren schlechten Gesundheitszustand berichteten, kamen sofort einige Ambulanzfahrzeuge zu unserem Standort. Nach einer Bestandsaufnahme wurden wir in das Hospital verflegt. Dies konnten wir aber schon am nächsten Tag wieder verlassen und durften ausnahmsweise über den direkten Weg nach Timika nehmen. 

Nach einigen erholsamen Tagen in Bali konnten wir doch noch pünktlich unsere Heimreise antreten.