Shisha Pangma 2011


Paul - on the rock
Elke - on the rock
Rita - in the office
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Shisha Pangma 8013 m

Über Lhasa, Gyantse, Shigatse und das Mt. Everest Basislager zum "Platz der Heiligen"

 

Unterwegs: Paul KOLLER mit Elke SPERBER
Organisation: Kobler & Partner
Zeit: 9.4. - 22.5.2011

           

 

 

 

A K T U E L L


 

Gesund zurück in der Heimat

Publiziert am Donnerstag, 05. Mai 2011 | Rita


Jetzt hat es doch ein paar Tage gedauert bis zur nächsten Meldung. Dafür gibt es nun direkt von Paul den Bericht zu den Geschehnissen der letzten Tage am Berg.

 

> Bericht von Paul am Donnerstag, 05. Mai <

Rückzug vom Berg! Meine Partnerin Elke Sperber erkrankte im vorgeschobenen Basislager (ABC). Ihr lebensbedrohender Zustand erforderte Flaschensauerstoff und einen raschen Abstieg.

Nun sind wir wieder zu Hause. Elke hat sich schon während des Abstieges gut erholt, doch die Umstände ließen keine Rückkehr ins ABC zu. Die Gefahr einer neuerlichen Erkrankung und damit ein „bleibender Schaden“ wären laut des Expeditionsunternehmers zu groß gewesen.

Was war passiert:

Als wir am 20.4.2011 in das 18,5 Km weit entfernte, vorgeschobene Basislager aufstiegen, herrschte schönstes Wetter. Die Jaks trugen brav Ihre Lasten und überholten uns mit ihren, für die Höhe perfekt angepassten Körpern. Wir gingen sehr langsam. Zum einen mussten wir uns erst für die Höhe akklimatisieren und zum anderen klagte Elke etwas wegen Übelkeit. Trotzdem wollte sie den Aufstieg machen. Immer wieder legten wir Trinkpausen ein und hielten uns an die übliche Akklimatisationstaktik. Nach gut acht Stunden erreichten wir das ABC. Hier wurden wir mit heißem Tee von den Sherpas begrüßt. Sie waren schon zwei Tage zuvor aufgestiegen und hatten die Zelte aufgestellt.

Allen ging es den Umständen entsprechend gut. Der Aufstieg hat niemandem weitere Probleme bereitet. Die erste Nacht hatten alle üblicherweise etwas Kopfschmerzen, die aber meistens mit der Ruhephase des Folgetages vergehen. Elke schlief die meiste Zeit in Ihrem Zelt. Nur zu den Essensterminen kam sie ins Messezelt. Leider konnte sie nicht viel essen und trinken.

Damit folgte prompt in der nächsten Nacht das Desaster. Elke übergab den spärlichen Mageninhalt in ein Plastiksackerl. Sie konnte die letzten Tage die für die Höhe notwendige Flüssigkeit nicht zu sich nehmen. Damit dickte Ihr Blut ein und transportierte zu wenig Sauerstoff. Sie klagte auch über Kopfschmerzen. Als wir ihre Sauerstoffsättigung gemessen haben, zeigte das Gerät Werte zwischen 66% und 62% - und löste damit bei uns Alarm aus. Wir gaben Ihr sofort Flaschensauerstoff. Damit ging es ihr schon bald besser. Die Werte normalisierten sich. Die halbe Nacht konnten wir sie so stabilisieren, doch der Abstieg in tiefere Regionen musste am Morgen unbedingt erfolgen.

Wir organisierten bereits bei Tagesanbruch einige Pferdetreiber, die sich noch im Lager aufhielten. Zu viert setzten wir Elke auf das Pferd. Elke war durch die Sauerstoffmaske im Sichtfeld eingeschränkt und benommen. Wir sagten ihr eindringlich, dass sie sich gut festhalten soll. Dann gingen wir los. Ein Tibetaner führte das Pferd. Einer ging links von Ihr und ich ging auf der Talseite – immer bereit Elke zu fangen, sollte sie vom Pferd stürzen. Der Weg durch die steilen Moränenfelder ging auf und ab. Die Pferde fanden den Weg zum Teil selbst. Später wurde der Weg breiter und wir konnten den letzten Teil auf den Pferden ins Base Camp reiten.

Elke fühlte sich schon wenige hundert Meter unterhalb des ABC besser. Im Basislager hatte sie sogar wieder richtigen Appetit. Doch um noch bessere Erholung zu bieten, fuhren wir nach Nyalam hinunter. Nyalam liegt auf ca. 3500 Meter. Im Hotel der Tibet Mountaineering Association (TMA) erholte sich Elke zwei Tage lang.

Die Werte erlaubten dann einen Wiederaufstieg ins Basislager. Dort ging die Erholung weiter. Elke hatte Appetit, sie konnte alles essen und trinken. Wir unternahmen ausgedehnte Spaziergänge um´s Basislager. Doch von der Expeditionsleitung Kobler&Partner (Suzanne Hüsser und Kari Kobler) kam das „Stop“ für Elke. „Nicht weiter aufsteigen, die Gefahr eines Rückfalles ist groß“. Nach mehreren Tagen im staubigen Basecamp traten wir also ziemlich wehmütig unsere Rückreise an.

Damit Elke zukünftig weiter auf große Berge steigen kann, wird sie sich von Höhenmedizinern untersuchen lassen und deren Empfehlungen und Fachwissen für weitere Touren berücksichtigen.

Paul KOLLER

 

Damit findet auch meine Berichterstattung ein früheres Ende als gedacht. Gerne hätte ich mehr erzählt vom weiteren Aufstieg - gespickt mit schönen Gipfelfotos ... Aber viel wichtiger ist die Gesundheit. Und so bin ich natürlich froh, dass beide Bergsteiger gesund und voller Lebensfreude heim gekehrt sind. Wer weiß, welche neuen Abenteuer warten .... Das Abenteuerherz wird sie finden. Da bin ich mir sicher :-)

Einen sonnigen Frühling und einen wundervollen Sommer wünscht Euch
- Eure Rita -

 

 

Expedition abgebrochen

Publiziert am Mittwoch, 27. April, 19. Tag | Rita

 
Noch sind Paul und Elke im Basislager. Sie werden aber nicht mehr weiter aufsteigen.

 

Elke und Paul unterwegs 2010

Probleme mit der Höhenanpassung bei Elke zwangen vor wenigen Tagen dringend zum Absteigen. Inzwischen wurde deutlich, dass ein erneuter Aufstiegsversuch mit zu hohen gesundheitlichen Risiken verbunden wäre. Paul hat sich heute entschieden, zusammen mit Elke die Heimreise anzutreten. 

Die Beiden werden morgen das Basislager verlassen, dann eine Nacht in Zhangmu und die darauf folgende Nacht in Kathmandu verbringen. Hier soll der Rückflug organisert und gebucht werden.

 

Wenn alles eingermaßen reibungslos verläuft, ist Paul also bereits Anfang Mai wieder in seiner Heimat.

Mir fehlen ein wenig die Worte ... Ich bin ein kleine Bergwanderin und kann nicht sagen, welche Gedanken und Gefühle in einem Bergsteiger vorgehen, wenn eine derartige Expedition in einer solchen Situation abgebrochen werden muss. Das Ende der Expedition tut mir für beide sehr leid, - auch wenn ich mich natürlich freue, meinen Paul bald wieder in die Arme schließen zu können.

Letztlich hat alles, was geschieht, einen Grund. Auch wenn es manchmal lange dauert, bis wir ihn erkennen.

Ich werde mich noch mal melden - hier an dieser Stelle.
Bis dahin, alles Liebe
- Rita -

 

 

Verharren im Basislager (4900 m)

Publiziert am Sonntag, 24. April, 16. Tag | Rita


Paul hat mir heute Mittag per Satellitentelefon eine SMS geschickt. Er und Elke sind jetzt wieder im Basislager.
Doch lest selbst:

Wir sind wieder im bc.
Wetter nicht gut.
Werden ev laenger hierbleiben muessen.
susi u christoph wollten i abc aufsteigen -
weg nicht gefunden u kamen wied zurück.
Lg dein paul


Mmh. Mir bleibt hier nichts mehr hinzu zu fügen.
Nur eines: Ich wünsche allen, die sich dort oben befinden von Herzen: Berg Heil!

Eure - Rita -

 

Straße in Nyalam (Bild: Tibet-pictures.com)

Abstieg nach Nyalam (3750 m)

Publiziert am Samstag, 23. April, 15. Tag | Rita

Start der Shisha Pangma Besteigung verzögert sich.

Paul und Elke sind gestern - während der Akklimatisationsphase - zur notwendigen Erholung nach Nyalam abgestiegen.

Heute haben sie dort den Tag geruht und mit Ueli Steck zu Abend gegessen, der sich von seiner erfolgreichen Besteigung des Shisha Pangma bereits erholt.

Morgen werden die beiden wieder zum Basislager aufbrechen.

Liebe österliche Grüße aus Tirol
- Rita -

 

Shisha Pangma ABC (Advanced Base Camp, 5650 m)

Publiziert am Donnerstag, 21. April, 13. Tag | Rita

Eine SMS, die Paul mit dem Satellitentelefon schicken kann, ist auf 160 Zeichen begrenzt.
Heute habe ich eine really short message per Satellitentelefon von Paul erhalten. Vom vorgeschobenen Basislager:

gestern im abc angekommen.

GPS fix

Lat: N 28 26' 15''
Long: E 85 46' 31''
Time: 11:14:41 UTC
Date: 21-04-2011
Altitude: 5638 m


Okay. Dann kann jetzt mit der Besteigung des Shisha Pangma begonnen werden:
Errichten des Basislagers und langsames Akklimatisieren, was entscheidend für den Gipfelerfolg sein kann. Es steht dem gesamten Kobler&Partner Team genügend Zeit zur Verfügung. Fast vier Wochen. Drei Hochlager müssen aufgebaut und von ihnen - unter Mithilfe der Sherpas - selbst versorgt werden.

Sobald ich neue Infos bekomme, melde ich mich natürlich.
Bis dahin wünsche ich Euch allen eine schöne, sonnige Osterzeit!
- Rita -

 

 

Shisha Pangma Basislager (4900 m)

Publiziert am Montag, 18. April, 10. Tag | Rita


Das Shisha Pangma Basislager zeigt sich als launig.

Gestern erhielt ich eine SMS-Nachricht von Paul:
"L rita+tamba, wir sind jetzt im base camp angekommen. Alles okay bei uns.
Traumwetter. Traum location.+27 grad im zelt. 3 tage b"

Heute hat er mich angerufen und berichtet, dass inzwischen starker Wind durchs Camp fegt. In jede Fuge und Ritze dringt der feine, dunkle Staub. Das Akklimatisieren findet also derzeit hauptsächlich im Zelt statt.

Für morgen ist das Aufsteigen ins vorgeschobene Basislager (ABC; 5650 m) geplant. Ein langer und anstrengender Weg. Dank der guten Akklimatisation und mit Hilfe der etwas wilden Yaks sollte dieser jedoch keine Probleme bereiten. 

Bis bald
- Rita -

 

Lhasa - Gyantse -  Xigatse - Xegar - Everest Basislager

Publiziert am Samstag, 16. April, 8. Tag | Rita

 

In den letzten Tagen war es mir nicht möglich, hier zu berichten. Aber nun.

Paul hat derweil per Satelliten-Telefon eine kurze Zwischenmeldung auf dem Anrufbeantworter hinterlassen.

Inzwischen sind sie von Lhasa weg mit dem Jeep über zwei Pässe nach Gyantse gelangt. Circa 230 Km mit einer Fahrzeit von etwa 6-8 Stunden - über Kampala La (4990 m) und Karo La (5010 m).

Am darauf folgenden Tag ging es in die zweitwichtigste Stadt des Tibets: Xigatse. Hier besichtigten sie den Thashilumpo-Tempel und hatten die Möglichkeit, den Sitz des Panschen Lama im Kloster Zhaxilhünbo zu besuchen. Eine der wichtigsten Autoritäten im tibetischen Buddhismus.

Nach der Übernachtung in einem guten Hotel in Xigatse ging es früh am Morgen los, um die einmalige Aussicht bei Sonnenaufgang vom Pang La (5150 m) genießen zu können. Blick auf den ganzen Himalya-Haupkamm.

 

Geplant war nun, weiter steil ansteigend zum Pang La Pass (5150 m) zu fahren. Runter ins Dzarkartal und weiter nach Rongbuck. Von dort - entweder zu Fuß oder mit kleinen Pferden - weiter ins Basislager des Mt. Everest.

Insgesamt eine Mischung aus sehen, erleben und akklimatisieren.

Vom Everest Basislager soll es dann zurück nach Rongbuck und über Tingri zum Shisha Pangma Basislager gehen.

Sobald ich wieder etwas von Paul höre, werde ich berichten.
Liebe Grüße

- Rita -

 

Nachtrag zum Mittwoch, 13. April

Pauls Standort:

GPS fix
Lat: N 28 54' 46''
Long: E 89 36' 4''
Time: 13:23:58 UTC
Date: 13-04-2011
Altitude: 4032 m
Velocity: 0 km/h

 

Sightseeing in Lhasa

Publiziert am Dienstag, 12. April, 4. Tag | Rita

Auch heute war Paul fleißig und hat eine E-Mail geschickt.
Einige Bilder hat er gleich dazu gehängt.
Noch ist es ihm möglich, E-Mails zu schreiben -
und so tut er das natürlich auch ;-)


Am Fuß des mächtigen Tempel des Dalai Lama
Stark verschachtelte Gebäudeteile des Potala
Früh am Morgen stehen die Menschen schon mehrere hundert Meter Schlangen, um Einlass in den Tempel zu bekommen.

> Mail von Paul am Dienstag, 12. April <

Nach dem Frühstück haben wir den Potala besichtigt. Sehr interessant, was sich da im Lauf der Geschichte abgespielt hat. Leider hatten wir im Fluss der sicher mehreren Tausenden von Menschen, die da durch geschleußt worden sind, zu wenig Zeit, um uns damit zu beschäftigen. Die Übersetzungen waren auch nicht immer eindeutig. Dennoch haben wir viele Eindrücke vom Leben der Mönche, die dort leben, mit nehmen können.

 

 

Danach sind wir zum Mittagessen in ein nettes Lokal unterhalb des Potala gegangen. Den Nachmittag bummelten wir nochmals durch die Altstadt.

Auch Elke geht es wieder gut. Sie hatte vorher eine Magenverstimmung, war aber heute wieder den ganzen Tag dabei. Es freut mich, dass sie wieder Energie hat und brennt auf neue Taten.

Bis bald.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und hier sind noch vier weitere Eindrücke von der Stadt Lhasa. Die Geschichte Lhasas, auf tibetisch "Götterort", geht bis ins 7. Jahrhundert zurück. 

Blick auf die schnell wachsende Stadt Lhasa
Der große Platz vor der Altstadt in Lhasa
Natürlich gewachsene Drecklocken und ein herziges Gesicht. Ich wollte ihn sofort kaufen und mitnehmen, aber niemand wusste, wem er gehört.
Im K2 Outdoor Laden fand ich eine CRISPI Präsentation mit meinem Lieblingsschuh "A Way Mid". Karin konnte geschickte Verhandlungsgespräche führen und erfolgreich abschließen.

Lhasa erreicht

Publiziert am Dienstag, 12. April, 4. Tag | Rita

 

Gestern traf eine Mail von Paul ein. Aus Lhasa. Außerdem hatten wir etwas später die Gelegenheit, zu skypen. Das haben wir natürlich genutzt :-)

Bisher ist alles gut verlaufen. Der Flug ging von Zürch über Bangkok nach Chengdu. Am nächsten Tag der Inlandsflug von Chengdu nach Lhasa. Lhasa ist die Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet der Volksrepublik Chinas. Sie liegt im Transhimalya-Gebirge auf etwa 3600 m im Tal des Kyi Chu.


Der Potala-Palast. Aufgenommen in der Nacht vom Dach des Hotels.

> Mail von Paul am Montag, 11. April < 

Heute gegen Mittag haben wir Lhasa erreicht. Wir konnten es kaum erwarten, in der Altstadt unterhalb des Potala zu bummeln. Das war dann auch ganz aufregend und hat uns zusätzlich müde gemacht. Die letzten Tage waren doch sehr anstrengend. Anreise von Zürich nach Bangkok. Hier hatten wir fünf Stunden Aufenthalt, dann flogen wir weiter nach Chengdu. Endlich konnten wir dort im Hotel die Füße ausstreclen und ein wenig schlafen. Die Nacht war wieder kurz. Zusätzlich hatte auch kaum jemand durchgeschlafen. Doch jetzt in Lhasa wollen wir alles nachholen. Es ist gerade 21:00 Uhr (OZ) vorbei und alle liegen schon im Bett. Auch ich freue mich auf das warme Bett und werde jetzt schlafen gehen.

Liebe Grüße
Paul

 

Nachtrag von Paul. So können Interessierte seinen Standort bei Google Earth anklicken:

Lat: N 29 38' 47''
Long: E 91 7' 59''
Altitude: 3664 m