Norwegen 2010
Norwegen - Lyngenhalvoya 2010
Schitourenreise 20.03. - 27.03.2010
Bericht: Paul KOLLER
Diese Schitourenwoche wurde von uns erstmals in Kooperation mit Kobler & Partner durchgeführt.
Fünf begnadete Schifahrer nahmen teil:
Franziska und Alexander aus der Schweiz. Sebastian, Florian und Philipp aus München.
Wir planten unsere Tour anders als - wie üblicherweise bekannt - mit einem Boot. Stattdessen mieteten wir uns ein Auto und bezogen einen festen Stützpunkt. Eine kleine, feine Fischerhütte in der Nähe von Lyngseidet – einem Mini-Ort auf der Lyngen Halbinsel.
Schon bei der Anfahrt konnten wir den riesigen weißen Schneehängen, die in den Alpen ihresgleichen suchen, nicht widerstehen. Wir ließen einfach unser Fahrzeug am Straßenrand stehen, kletterten über den 1 ½ Meter hohen Schneewall und spurten im Tiefschnee dem Berg entgegen. 1000 m hinauf in die unberührte Schneelandschaft. Anfangs ging es noch an licht stehenden, arktischen, nur 5 Meter hohe Fichten und Birkenwälder der Taigazone vorbei. Doch schon bald verließen wir diese und nun ragten nur noch vereinzelt einige Erlenstauden aus dem Schnee. Man könnte fast meinen, der Schnee sei hier einige Meter tief. Mit dem stetigen Höherkommen umgab uns nur mehr Schnee – soweit das Auge reichte. Die Berge sind hier abgerundet, geschliffen und poliert von den riesigen Gletschern, die das Land vor langer Zeit zur Gänze bedeckte.
Herrlicher Sonnenschein erhellte die Schneeflächen in überdimensionales Weiß. Die Sonnebrille war ein „must have“. Allerdings zogen im Nordwesten dunkle Wolken auf, die rasch näherkamen. Das Wetter drohte bereits in wenigen Minuten zu kippen. Jetzt war Eile angesagt. Während der Abfahrt noch etwas zu sehen, das war unser Ziel. Wir stoppten also auf gut 1100 Meter und richteten uns zur Abfahrt her. Im bereits schwächer werdenden Sonnenlicht zogen wir dann unsere Spuren in die schier unendlichen Schneeflächen. Champagnerpowder. Die einzelnen Erlen fuhren wir an, als wären es Kippstangen und im lichten Wald machte es Spaß, reaktionsschnell um die Bäume zu flitzen.
An der Straße angekommen rieselte bereits der Pulverschnee vom Himmel, den wir in den kommenden Tagen bei unseren weiteren Abfahrten zum Stauben brachten.
Unsere Unterkunft in Koppangen war ein kleines Fischer Einod, am Ende der Straße. Von da aus würde es nur mehr mit dem Boot weitergehen oder mit den Schiern über das Landesinnere der Lyngen Halbinsel. Und welch ein wohltuender Luxus: In dem Haus, das auf Pfählen über das Meer gebaut wurde, war auch eine Sauna. Ausgiebig heizten wir uns darin auf, um der Abkühlung im eiskalten Fjord zu widerstehen. Der Fischer des Ortes versorgte uns mit frischem Fisch, den wir uns selbst zubereiteten: Die Köche in unserer Gruppe zauberten daraus wohlschmeckende Galamenü´s auf den Tisch.
Es folgten unbeschreiblich schöne und interessante Touren-Tage bei unterschiedlichstem Wetter. Mal Schneefall und Wind, dann wieder traumhaft schönes, kaltes Winterwetter. Allen Teilnehmern inkl. mir wird diese Woche als eine der schönsten Schitourenwochen, die wir je gemacht haben, in Erinnerung bleiben.
Auch im kommenden Jahr soll diese Tourenwoche ein fester Bestandteil in unserem Kalender werden. Eventuell ein paar Tage länger. Die Region würde sich zudem perfekt für Schneeschuhwanderungen und rassige Eisklettertouren eignen - auch darüber werden wir nachdenken und ein Programm ausarbeiten.
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